Ein Listungsgespräch endet oft mit einem Satz, der die Lieferkette durcheinanderbringt: „Bitte ab der nächsten Lieferung regalfertig.“ Ihre Ware liegt dann aber im Lager noch in geschlossenen Versandkartons, die nie dafür gedacht waren, im Markt offen im Regal zu stehen. Zwischen dem Karton, den Sie heute haben, und dem Tray, das der Handel morgen verlangt, liegt Handarbeit: Karton öffnen, Stücke mit der richtigen Seite nach vorn ins Tray setzen, Tray kennzeichnen, neu palettieren. Dieser Beitrag zeigt, welche Anforderungen an regalfertige Verpackung häufig gestellt werden, was wir als Lohnverpacker dafür von Ihnen brauchen und was das Umpacken 2026 kostet.
Was ist regalfertige Verpackung (SRP) – und was gehört nicht dazu?
Shelf Ready Packaging, im Handel auch Retail Ready Packaging genannt, ist eine Handelseinheit, die das Personal im Markt ohne Auspacken ins Regal stellt. Meist ist das ein offenes Tray aus Wellpappe, manchmal ein Karton mit Perforation, dessen Vorderteil abgerissen wird. Entscheidend ist der Gedanke dahinter: Ein Handgriff statt zwölf. Der Markt spart beim Einräumen Zeit, der Kunde erkennt die Ware sofort, und das leere Tray verschwindet mit einem Griff.
Keine regalfertige Verpackung im engeren Sinn sind aufwendig gestaltete Verkaufsaufsteller oder Zweitplatzierungen im Gang; hier geht es um das Standardregal. Die Primärverpackung bleibt geschlossen: Beim Umpacken setzen wir die Verkaufsverpackung nur von einer Umverpackung in eine andere. Was ein Tray grundsätzlich ausmacht, erklärt der Lexikonbeitrag regalfertige Verpackung (SRP).
Welche Anforderungen stellt der Handel häufig an ein SRP-Tray?
Eine einheitliche Norm für alle Märkte gibt es nicht. Viele Handelsketten stützen sich aber auf ähnliche Grundsätze, die in der Branche gern als die fünf „Easy“ zusammengefasst werden: leicht zu erkennen, leicht zu öffnen, leicht ins Regal zu stellen, leicht zu entsorgen, leicht einzukaufen. Die folgende Tabelle zeigt typische Beispiele – verbindlich ist immer das Datenblatt Ihres Handelspartners. Was auf Umkarton, Beilage und Etikett stehen muss, legen Sie fest – wir setzen Ihre Vorgabe um.
| Bereich | Häufige Vorgabe (Beispiel) | Was wir dafür brauchen |
|---|---|---|
| Erkennbarkeit | Artikelname und Sorte auf der Tray-Front lesbar, alle Stücke mit der Schauseite nach vorn | Foto oder Skizze der gewünschten Frontansicht |
| Öffnen | ohne Messer, über Aufreißlasche oder Perforation; beim Öffnen darf keine Packung beschädigt werden | Tray mit fertiger Stanzung, Hinweis zur Aufreißrichtung |
| Regalmaß | Tray-Tiefe passend zur Regaltiefe, Höhe so gering, dass die Front sichtbar bleibt | Traymaße und Stück je Tray aus der Listungsvorgabe |
| Stabilität | Trays stapelbar, Palette ohne Überstand über die Palettenkante | Lagenbild und Palettenhöhe aus dem Ladeschema |
| Kennzeichnung | GTIN der Handelseinheit auf mindestens zwei Seiten, bei Lebensmitteln MHD sichtbar | fertig gedruckte Kolli-Etiketten und Angabe der Position |
| Material | Tray aus reiner Wellpappe, ohne Folie und Klammern | Trays in ausreichender Menge plus Reserve |
Nicht jede Kette verlangt jeden Punkt, und manche verlangen mehr, etwa eine bestimmte Farbe für den Tray-Rand oder eine feste Zahl von Trays je Palettenlage. Schicken Sie uns die Vorgabe so, wie Sie sie vom Handel bekommen haben; wir lesen daraus das Packschema ab und fragen nach, wo etwas offen bleibt.
Was braucht der Lohnverpacker, bevor das erste Tray gefüllt wird?
Für einen sauberen Start sind es fünf Dinge, die in der Anfrage oder spätestens mit der Ware ankommen sollten:
- Die Listungsvorgabe: Stück je Tray, Traymaße, Kennzeichnung, Palettenvorgabe – idealerweise als Datenblatt des Handels.
- Leere Trays als Muster: mindestens zwei, damit wir Faltung, Stanzung und Passform mit Ihrer Ware prüfen können.
- Einen gefüllten Ausgangskarton: so sehen wir, wie die Ware heute liegt und wie viele Handgriffe das Umsetzen kostet.
- Die Kolli-Etiketten: fertig gedruckt, mit Angabe, an welcher Seite sie sitzen sollen.
- Menge und Termin: Stückzahl, Zahl der Paletten, Liefertermin beim Handel und Lieferadresse.
Die Zielverpackung – Kartons, Trays, Inlays, Beilagen, Etiketten – stellen in der Regel Sie; Kartonagen, Füllmaterial, Klebeband, Stretchfolie und Umreifungsband beschaffen wir auf Wunsch nach Ihrer Spezifikation. Trays selbst stellen wir nicht her und bedrucken sie nicht; wenn Ihr Kartonagenlieferant sie direkt an uns liefert, genügt ein Hinweis mit Menge und Liefertermin.
Wie wird aus dem Umkarton ein regalfertiges Tray?
An unseren Packplätzen öffnen wir den Ausgangskarton, nehmen die Verkaufsverpackungen lagenweise heraus und setzen sie nach Packschema ins aufgerichtete Tray – mit der Schauseite nach vorn und in der festgelegten Zahl von Reihen. Danach kommt das Kolli-Etikett an die vorgegebene Stelle, und das Tray geht auf die Zielpalette. Im Umpackrechner steht das Aufrichten und Bestücken eines Trays mit 60 Sekunden, das Umsetzen je Stück mit 12 Sekunden und das Kennzeichnen je Karton mit 10 Sekunden. Bei zwölf Stück je Tray ergibt das rund 17,8 Sekunden je Stück, bei sechs Stück je Tray 23,7 Sekunden, weil sich Tray und Kennzeichnung auf weniger Stücke verteilen.
Vom Erstmuster bekommen Sie 4 Fotos – Innenansicht offen, geschlossen, Umkarton und Palette; erst Ihr Okay gibt die Serie frei. Meist liegt es 2–5 Tage nach dem Wareneingang vor, bei Eilaufträgen am Folgetag. Beim Tray prüfen Sie auf den Fotos vor allem, ob die Front gerade steht, ob die Aufreißlasche frei bleibt und ob das Etikett nicht von der Nachbarpackung verdeckt wird. Während der Serie vergleicht die Schichtleitung je fertiger Palette ein Tray mit dem freigegebenen Muster, und in der Ausgangskontrolle wird jedes Tray auf Stückzahl, Ausrichtung und Etikett geprüft.
Was kostet das Umpacken in regalfertige Trays 2026?
Für Umpacken ohne Beilage liegt der Stückpreis bei 10 ct – 22 ct je Stück. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster. Ein Rechenbeispiel aus der Praxis, anonymisiert: Ein Teehändler aus Groß-Gerau soll 18.000 Faltschachteln Tee künftig im Tray liefern. Die Ware kommt auf 20 Paletten, rund 900 Schachteln je Palette; wir rechnen beide Tray-Größen, die der Handel zur Wahl gestellt hat.
| Position | Tray mit 12 Stück | Tray mit 6 Stück |
|---|---|---|
| Zeit je Stück | 17,8 Sekunden | 23,7 Sekunden |
| Hallenstunden gesamt | 89 h | 118 h |
| Arbeit je Stück | 10 ct (Einstiegspreis) | 10,8 ct |
| Arbeit gesamt | 1.800 € | 1.952 € |
| Transport hin und zurück (422 km je Richtung) | 1.724 € | 1.724 € |
| Gesamt | 3.524 € | 3.676 € |
| Je Stück inklusive Transport | 0,20 € | 0,20 € |
Warum liegt das kleinere Tray kaum höher?
Beim 12er-Tray bleibt die reine Arbeitszeit unter dem Einstiegspreis von 10 ct je Stück; in diesem Preis stecken Wareneingang mit Foto, Erstmuster, Kontrolle und Mengenabgleich, deshalb rechnen wir nicht darunter. Das 6er-Tray braucht rund 29 Hallenstunden mehr, verteilt auf 18.000 Stück macht das aber nur einen kleinen Unterschied. Deutlich größer ist der Anteil des Transports: Er macht beim 12er-Tray rund 49 % der Gesamtsumme aus. Wer ohnehin Ware nach Tschechien schickt, etwa zum Einlagern, bündelt das Umpacken am besten mit dieser Fahrt. Nicht enthalten sind die Trays selbst und – falls Sie mehr Paletten zurückbekommen, weil Trays mehr Volumen brauchen – der zusätzliche Palettenplatz.
Welche Fehler kosten beim SRP-Umpacken die meiste Zeit?
Aus Erstmustern kennen wir drei wiederkehrende Stolpersteine. Erstens Trays, die auf dem Papier passen, in der Hand aber nicht: Schon zwei Millimeter zu wenig Innenmaß bedeuten, dass jede Schachtel mit Druck eingesetzt werden muss und die Ecken leiden. Zweitens eine Kennzeichnung, die erst nach dem Befüllen klar wird – etwa weil das Etikett auf der Stirnseite sitzen soll, die bei gestapelten Trays verdeckt ist. Drittens eine Palettenvorgabe, die nicht zum Tray passt: Wenn das Lagenbild zwölf Trays je Lage vorsieht, das Tray aber nur zehnmal auf die Palette passt, muss vor dem Start jemand beim Handel nachfragen.
Alle drei Punkte lassen sich am Erstmuster klären, solange noch keine Serie läuft. Deshalb bitten wir um leere Trays schon mit der Anfrage und nicht erst mit der Ware. Wie Sie das Packschema dafür aufschreiben, zeigt der Ratgeber Packschema und Umpackanweisung erstellen; wenn sich neben dem Tray auch die Stückzahl je Karton ändert, hilft der Beitrag Gebindegröße ändern.
Wie starten Sie ein Projekt für regalfertige Verpackung?
Die Leistung im Überblick finden Sie unter Handelsgebinde und regalfertige Verpackung, den Ablauf Schritt für Schritt beim Umpackfall Karton in Tray. Mit eigenen Stückzahlen und Tray-Größen rechnen Sie im Umpackrechner. Oder Sie schicken uns Listungsvorgabe, Traymuster und Menge direkt über die Anfrage – Elisabeth Zachová schickt Ihnen innerhalb von 24 Stunden die offenen Fragen zum Tray und einen Stückpreis.